„Wer würde nicht aus Afghanistan fliehen?“

Afghanische Jungen spielen 2016 auf dem Schrott von fast 40 Jahren Krieg.

Foto: Ghulamullah Habibi/dpa

Afghanische Jungen spielen 2016 auf dem Schrott von fast 40 Jahren Krieg. Foto: Ghulamullah Habibi/dpa

Zum Leserbrief „Afghanen werden in ihrem Land gebraucht“ vom 13 Juni: Auf den ersten Blick klingen die Forderungen, junge afghanische Männer sollen nicht nach Deutschland fliehen und sich hier zu integrieren versuchen, sondern in Afghanistan statt deutscher Soldaten kämpfen und sterben, ganz vernünftig.

Denkt man aber etwas nach, stellt man fest, dass da einiges nicht stimmt. Die ersten ausländischen Soldaten kamen nach Afghanistan lange bevor junge afghanische Männer nach Deutschland kamen. 1979 kamen sowjetische Soldaten nach Afghanistan. Das war den USA, Saudi-Arabien und einigen anderen ein Dorn im Auge und daher wurden die Mudschaheddin und Taliban insbesondere von der CIA an Waffen ausgebildet und mit islamistischer Ideologie „versorgt“, um die Sowjets zu vertreiben, was auch schließlich bis 1989 gelang. Afghanistan hatte laut Wikipedia zwischen einer und anderthalb Millionen Tote zu beklagen, fünf Millionen Menschen waren wegen des Krieges aus dem Land geflohen. 1989 kehrte aber leider kein Frieden ein, sondern es kam zum Bürgerkrieg. Zwar kamen die Attentäter vom 11. September 2001 nicht aus Afghanistan, sondern hauptsächlich aus Saudi-Arabien, aber es war doch ein guter Grund für die USA im Oktober 2001 mit Verbündeten zu intervenieren und die Talibanregierung zu stürzen, die das durchaus verdient hatte. Damit war eine neue Phase direkter ausländischer, auch deutscher Beteiligung am afghanischen Konflikt eingeleitet, die bis heute anhält.

Wenn man sich diese Geschichte vor Augen hält, kann man verstehen, dass viele Afghanen und eben auch junge Männer, die keineswegs die Mehrheit darstellen, diesem dauernden, von außen geschürten Konflikt entfliehen wollen und müssen, um zu überleben.

Wer würde unter diesen Umständen nicht nach Europa fliehen, wenn er kann?

Reinhard Leithner, Braunschweig

Randalierer verwirken ihr Asylrecht

Zu „Flüchtlinge randalieren in Wolfenbüttel“ vom 6. Juni:

Wer sein Gastrecht als Flüchtling derart missbraucht, obwohl er jegliche Hilfsbereitschaft und Unterstützung erfährt, hat sein Asyl- und Gastrecht unmissverständlich verwirkt. Wahrhaftig nichts Gutes wäre von diesen Flüchtlingen in Zukunft zu erwarten, die sich so gewaltbereit sogar gegenüber der Polizei verhalten.

Es ist zu hoffen, dass die Justiz nun konsequent durchgreift und diese Personen postwendend ausweist und nicht noch Bewährungsstrafen und Fußfesseln anord-
net.

Lieselore Grosse, Wolfenbüttel

Wir alle sollten zum Klimaschutz beitragen

Zu „Trump sagt Paris ,Adieu‘“ vom
2. Juni:

Klima- und Ressourcenschutz wird insgesamt auch günstiger, als Wertvolles in Kraftwerk oder Auto zu verbrennen. Unser Konsum ist mehr als ein Signal. Der Kauf oder Nichtkauf ist eine Stimme, ein Beitrag. So transportiert ein Fahrrad sein 10-faches Gewicht. Für Pendlerstrecken sehe ich bald Ein-Liter-Autos als aerodynamische Tandemsitzer.

Und wo Renovierung oder Neubau nötig sind: Passivhaus, 40 bis 50 Zentimeter Dämmung, 4-fach Glas und Wärmetauscher machen Kühltechnik und Heizung überflüssig. Es ist langlebig und einfach reparierbar.

Man kann gerechten Wohlstand vom Verbrauch entkoppeln!

Johannes Laubrock, Aurich

Kapitalismus verhindert Afrikas Entwicklung

Zu „Neuer Plan für Afrika“ vom
13. Juni:

Der alte Plan war, Afrika auszubeuten, was auch in den neuen Plan übernommen wird. Das Geld fließt in Kriege und Korruption. Somit bleibt kein Geld für Straßen und Eisenbahnen, damit die Industrie aufgebaut werden kann. Es ist ein Trugschluss, dass sich Afrika wirtschaftlich besser entwickeln wird: Selbst die Waren, die in Afrika direkt hergestellt werden könnten, werden aus Europa billiger geliefert.

Bei solchen wirtschaftlichen Vorgaben, ist die Politik machtlos. Die reichen Afrikaner werden immer reicher, weil sie an den Kriegen und Konflikten gut verdie-nen.

Eckart Sander, Salzgitter

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